Von Anfang an hat die MoBeyer Stiftung für Kölner Kinder in Not die Schulkooperation zur Sondershow „Kids Take Over“ unterstützt, welche 2025 integraler Bestandteil der Ausstellung „Francis Francis Alÿs: Kids Take over (8 Fotos), Children´s Games“ im Museum Ludwig, Köln war.
(siehe Projekte der Stiftung 2023/24 auf unserer Website mobeyer-stiftung.org.)
Das Projekt lud Kinder dazu ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen und behutsam zu verstehen, wie unterschiedlich Kindheit sein kann. In einer Zeit, in der viele Kinder von Krisen, sozialem Druck oder Flucht betroffen sind, schafft Kunst Raum für Mitgefühl und Dialog.
Viele der teilnehmenden Kinder hatten zuvor noch nie ein Museum betreten. Was Kunst sein könnte, war für sie zunächst ein Rätsel.
Durch die intensive Begegnung mit den Arbeiten von Francis Alÿs öffnete sich den Kindern ein neuer Blick auf die Welt- und auf sich selbst.
Begleitend zur Ausstellung des Künstlers kuratierten 50 Kölner Schüler und Schülerinnen ihr eigenes Kindermuseum und entwickelten einen Spieleparcours, der Besucher dazu einlud, Kunst und Spiel miteinander zu verbinden. Für „ihr“ Museum durften sie eigenständig Werke aus der Sammlung des Museum Ludwig auswählen- inspiriert von ihren eigenen Assoziationen und Gefühlen.
So entschieden sie sich etwa für Gabriele Münters „Knabenkopf (Willy)“ von 1908 und gestalteten in ihrem Stil eigene Portraits, ähnlich biometrischen Passfotos, jedoch mit ihrem ganz persönlichen Ausdruck. Ebenso wählten sie Henri Matisse´ „Sitzendes Mädchen“ und assoziierten es mit einem Mädchen, das Stubenarrest hat- eine berührende Lesart, die zeigt, wie unmittelbar Kinder Kunst empfinden.
Im Zentrum der Ausstellung stand die Werkreihe „Children´s Games“ von Francis Alÿs. Der international renommierte Künstler beobachtet Kinder beim Spielen auf der ganzen Welt- in Afghanistan, Mexico, Kongo, Nepal, Belgien und in der Ukraine. Die Kinder, die er zeigt, spielen unter Bedingungen, die von Armut, Konflikten oder Unsicherheiten geprägt sind. Er fängt ein, wie Kinder aus Kronkorken, Plastikmüll oder alten Bändern Spiele erschaffen. Teils entstammen sie alten Traditionen, teils entstehen sie spontan in Reaktion auf ihre Umwelt.
Für „Kids Take Over“ überließ Alÿs den Kindern die drei größten Räume der Ausstellung- ein Zeichen tiefen Vertrauens in ihre Wahrnehmung und Gestaltungsfreude.
Ähnlich wie die Kinder in den Videos von Alÿs, suchten die teilnehmenden Kinder im Museum nach Gegenständen, die sie für ihren Spieleparcours nutzen konnten und wählten Bilder und Skulpturen aus der Sammlung des Museums für ihr eigenes Kindermuseum aus. Für den Zeitraum der Ausstellung Children´s Games schufen sie einen Ort, der für tausende Kölner Kinder attraktiv war und Ihnen den Zugang zu zeitgenössischer Kunst öffnete.
Es entstand ein Raum, in dem Kinder sowohl Betrachter als auch Gestalter von Kunst wurden.
Zeitgenössische Kunst ist für Kinder oft schwierig zu verdauen- zeigt sie doch oft zu viel psychischen Abgrund, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Katastrophen. Francis Alÿs führt Kinder behutsam und klar an die künstlerische Perspektive auf die Welt heran- an die großen Fragen des Lebens. Die Filme zeigen Kinder in aller Welt beim Spiel- das Spiel ähnelt sich … die Bedingungen aber unterscheiden sich fundamental…
Kinder können beim Betrachten in ihrem eigenen Schutzraum bleiben- in ihrer Realität- und sich dennoch behutsam und in ihrem eigenen Tempo den Problemen der Welt nähern.
Ca. 15.000 Kinder und Jugendliche, häufig im Klassenverband, besuchten in der Zeit vom
12. April bis 3.August 2025 die Ausstellung. Für Viele war es der erste Kontakt mit Kunst in einem Museum… die Begeisterung war groß, die Resonanz durchweg positiv.
Ein toller Erfolg für das Museum Ludwig!
Für uns, die MoBeyer Stiftung, war es eine Freude mitgeholfen zu haben und wir werden weiterhin Kunst- und Bildungsprojekte fördern, die Kindern die Möglichkeit geben ihre Welt zu sehen, zu verstehen und eine Stimme zu geben.


































